Mit der ICD¿11 stellt die WHO ein umfassend weiterentwickeltes Klassifikationssystem für psychische, Verhaltens¿ und neuromentale Entwicklungsstörungen bereit. Die deutschsprachige Ausgabe der Clinical Descriptions and Diagnostic Requirements (CDDR) ermöglicht eine präzise, klinisch fundierte und praxisnahe Anwendung im gesamten deutschsprachigen Raum.
Im Fokus steht der Paradigmenwechsel hin zu einer evidenzbasierten Diagnostik, die individuelle Krankheitsverläufe, Komorbiditäten sowie kulturelle und geschlechtsbezogene Aspekte systematisch einbezieht. Statt starrer Kriterienlisten unterstützt die ICD¿11 eine differenzierte klinische Beurteilung ohne künstliche diagnostische Präzision.
Alle Störungsbilder sind einheitlich strukturiert dargestellt: von wesentlichen diagnostischen Merkmalen über zusätzliche klinische Hinweise bis hin zu Verlauf, Differenzialdiagnostik und diagnostischen Schwellen. Das erweiterte Kodiersystem erlaubt zudem die differenzierte Abbildung von Schweregrad, Verlauf und Symptomausprägungen.